Fundraising Online: Zukunftsträger oder vergeudete Liebesmühe

Fundraising online wird immer wichtiger, das prophezeien jedenfalls Branchenkenner. In den aktuellen Spendenstatistiken nehmen Online-Spenden jedoch einen noch wenig bedeutsamen Platz ein. Gleichzeitig jedoch investieren gerade große NGOs, wie Caritas, das Rote Kreuz oder Greenpeace verstärkt in Fundraising online. Wir haben uns den aktuellen Trend näher angesehen.

Fundraising Online und sein Stellenwert in Österreich.

„Österreich – die Spendenweltmeister“ ist immer wieder zu lesen. Dem aktuellen Spendenbericht des Fundraising Verbands Austria (FVA) zufolge, wird ein heimisches Spendenaufkommen von über einer halben Milliarde Euro prognostiziert. Nur ein wesentlich geringer Teil davon stammt von dem Bereich “Fundraising online”. Die beliebtesten Spendenkanäle 2012 waren demnach wieder Gottesdienst und Erlagscheine.

Ganz ähnlich lautet das Ergebnis einer Forschungsarbeit des NPO-Kompetenzzentrums der Wirtschaftsuniversität Wien: Im Jahr 2011 spendeten 41,7 Prozent der Befragten (n=1.000) im Gottesdienst und 41,2 Prozent via Erlagschein. Weiters beliebt sind Haussammlungen (38,5 Prozent), Spenden an Bettler und Bettlerinnen (18,3 Prozent) sowie Dauer- und Abbuchungsaufträge (16,2 Prozent). Online-Spenden wurden hier zwar erfasst, jedoch mit einer zu geringen Bedeutung ausgewiesen.

Wird Fundraising online tatsächlich bedeutsam?

Diese aktuellen Zahlen lassen eigentlich kaum darauf schließen, dass es tatsächlich einen Aufwärtstrend im Fundraising online gibt. Nach dem Anschlag auf das Word Trade Center im Jahre 2001 verzeichnete das Amerikanische Rote Kreuz einen starken Anstieg des Fundraising online: Etwa 25 Prozent ($ 250 Mio.) aller Spenden wurden online generiert.[2] Das Fundraising online funktioniert, steht grundsätzlich außer frage, doch lohnt es sich auch vor allem für kleinere Organisationen?

Online gespendet wird vorwiegend von jüngeren Menschen. Gemäß der ORF-Medienforschung (n=2.500) nutzen 44 Prozent der zwischen 20 und 39 Jährigen regelmäßig das Internet, in der Altersgruppe von 40 bis 49 sind es 20 Prozent und über 50 Jahren nimmt die regelmäßige Internet-Nutzung stark ab. Das jüngere Menschen affiner im Umgang mit dem Internet sind, ist kein Geheimnis mehr. Doch die gleiche Tendenz zeigt sich auch im Online-Shopping: Laut einer aktuellen Erhebung der Statistik Austria zeigt, dass die beiden kaufkräftigsten Altersgruppen im Internet die 16-24 Jährigen (69 %) und die 25-34 Jährigen (78 %) sind.

Lohnen sich Investitionen in Fundraising online?

Für Fundraising online lassen sich hier deutlich zwei Tendenzen ableiten: (1) Fundraising online erzielt vor allem bei kurzfristigen Katastrophenhilfen Erfolge. Es scheint für Spender und Spenderinnen ein schneller Weg zu sein, finanzielle Unterstützung direkt zukommen zu lassen. (2) Fundraising online dürfte, aufgrund des Nutzungsverhaltens im Internet vor allem für jüngere Spender bis 45 Jahren interessant sein. Die Bereitschaft in diesen Altersgruppen Geld online auszugeben, liegt weit höher als bei älteren Gruppen.

Auch wenn die Bedeutung von Fundraising online aktuell noch sehr überschaubar ist, sollten sich vor allem kleinere gemeinnützige Organisationen auf das sich veränderte Nutzungsverhalten der zukünftigen Spender und Spenderinnen einstellen. Um den Anschluss nicht zu verlieren, gilt es entsprechende Maßnahmen zu implementieren.

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[2] http://www.online-fundraising.org/files/online-fundraising.pdf